03Schon wieder in die USA. Und schon wieder nach Florida. Im März diesen Jahres hatte ich mir erneut vorgenommen gen Westen zu ziehen, über den großen Teich, um meine Fernweh zu stillen. Ich muss gestehen, ich fühle mich in Amerika wie zuhause. Das obligatorische Heimweh tritt dort bei mir erst gar nicht auf. Die Familie, meine Eltern und mein Bruder, sind der einzige Grund, weshalb ich dann doch an Zuhause denke und mich freue, wenn es nach einer gewissen Zeit wieder nach Deutschland zurück geht. Meine Eltern, ganz besonders meine Mutter, sind so crazy, aber das scheint ja bei Müttern allgemein der Fall zu sein, dass sie meine Flüge nach Amerika und wieder zurück im Internet in Echtzeit verfolgt haben. Meine Schuld, denn schließlich habe ich ihnen vorher noch den Link zu dieser Website geschickt. Gegen die Überwachung meiner Eltern ist die NSA ein Kindergarten. Streng waren die Rollen verteilt, mein Dad hatte am PC alles eingestellt und dann zur Überwachung des Fluges an meine Mutter übergeben. Sie wussten somit auch immer, wann der Flug gestartet, welche Strecke er geflogen und wann er am Ziel gelandet ist. So war mein kurzer Anruf nach Deutschland vom Flughafen in Miami auch keine Absicherung mehr, dass ich gut gelandet war, sondern einfach nur noch für mich die Bestätigung durch meine Mutter, dass sie alles vom Kontrollzentrum Heimat bis zur finalen Landung überwacht hatten.

miami-beach-baywatch_1

Besonders erwähnen möchte ich jetzt, dass ich diesmal vollkommen allein in die Staaten geflogen bin, denn mein eigentlicher Mitreisender aus Münster, den ich jetzt mal aus guten Gründen auch Baron Münchhausen nenne – kam Münchhausen aus Polen? Ich glaube kaum, aber egal! – bzw. der sich den Vornamen mit unserem damaligen Minister für Arbeit und Sozialordnung Blüm teilt, hatte 2 Tage vor Abflug plötzlich keine Lust mehr und sagte mit zweifelhaften Gründen seine Teilnahme mit einer einzigen Whatsapp-Nachricht ab. Okay, so wichtig ist seine Erwähnung dann auch nicht, aber auf jeden Fall seine Unzuverlässigkeit und Unverfrorenheit kurzfristig abzuspringen, machten aus einem Zweipersonentrip eine One-Man-Show.
Im Nachhinein kann ich sogar nur froh sein, dass ich mit dieser unangenehmen Person nicht 16 Tage rund um die Uhr in Florida zu tun hatte. Ohne am Ende des Berichts auf dieses negative Kapitel nochmal eingehen zu müssen, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass er niemals mit einem Entschädigungsangebot der durch seine Absage entstanden Zusatzkosten auf mich zugekommen ist, geschweige denn einen von mir genannten fairen Schadenersatz bereit war zu zahlen. Stattdessen wurde ich eiskalt ignoriert. „Applaus, Applaus, Applaus,“ wie Kermit der Frosch jetzt sicher hier den Absatz beenden würde.

Miami-Beach-Sign

Doch kommen wir nun wieder zurück zu den schönen Seiten der Reise und dem wichtigsten Punkt überhaupt, was erwog mich zum dritten Mal in den schönen Sunshine State zu reisen. Um es auf den Punkt zu bringen: 1. Sommer im März, 2. Party ohne Ende, 3. Freunde besuchen und 4. sich wie Zuhause fühlen. Alle Punkte wurden in den 16 Tagen voll erfüllt. Okay, alleine zu reisen stand jetzt nicht unbedingt auf meiner Liste, sah ich aber als Herausforderung an, die ich voller Ehrgeiz angehen wollte.

Am 20.März ging es los und ich hatte mal wieder eine Flugverbindung ausgesucht, die herrlich war. Um 7 Uhr morgens ging mein Flug mit Air France von Düsseldorf nach Paris. Ich sage euch, es gibt nichts Schöneres als sehr früh am Morgen oder sehr spät in der Nacht, wie man es sieht, sich auf den Weg zum Flughafen zu machen. Das Schlafen kann man in der gleichen Nacht erst mal vergessen. Bin halt ein obligatorischer Spät-Zu-Bett-Geher und sich dann deswegen früh ins Bett zu zwingen, bringt dann auch nichts. *gähn Also durchgemacht und dann ab zum Flughafen. Nach knapp einer Stunde landeten wir bereits in Paris.

abflug-paris-nach-miami

Also Frankreich besteht ja eigentlich nur aus einem Flughafen, nämlich dem Hauptstadtflughafen „Charles de Gaulle“ in Paris. Sonst sind mir keine weiteren internationalen Flughäfen annähernd gleicher Größenordnung oder Bedeutung dort bekannt. Anders in Deutschland, wo wir zwar mit dem Frankfurter Flughafen den Größten haben, aber Hamburg, München und Düsseldorf sich nicht dahinter verstecken müssen. Nun wollte ich auch selbst erleben, ob es der Pariser Flughafen mit Recht jedes Jahr auf die Hitliste der schlechtesten Flughäfen der Welt schafft. Punkte die hier gerne besonders hervorgehoben werden, sind das rüde Personal, verwirrende Architektur, miserable Beschilderung und überteuertes Essen. Bis auf die verwirrende Architektur kann ich die restlichen Punkte jetzt nicht unbedingt bestätigen, aber komisch ist der Bau schon. Das was mir sofort aufgefallen ist, ist die Dauer und die war nicht kurz, bis das Flugzeug nach der Landung endlich ein Gate erreichte, wo wir aussteigen konnten. Gefühlte 20 Minuten sind wir erst mal über den Flughafen gefahren. Eigentlich hat nur noch eine erklärende Stimme durch die Lautsprecher gefehlt und ich hätte mich auf einer Sightseeing Tour gefühlt, die uns den Flughafen näher bringen möchte. Endlich konnten wir die Maschine verlassen. Ein Blick auf die Informationstafel direkt nach dem Ausstieg, zeigte mir sofort, wo ich meinen Verbindungsflug nach Miami finden sollte. Rüdes Personal habe ich nicht erlebt, aber alle wirkten irgendwie mufflig, wenn man ihnen ins Gesicht sah. Okay, kann auch daran gelegen haben, dass es noch recht früh am Morgen gewesen ist, so um kurz nach 8 Uhr. Da ich von Paris aus erst Europa gen Amerika verlassen sollte, kam nun die obligatorische Passkontrolle für interkontinentale Flüge. Da gab es 3 oder 4 Häuschen mit 2 Plätzen für jeweils einen Beamten, aber was wurde uns heute hier geboten…was??? . Ein einziger farbiger Beamter, der leicht gelangweilt hinter der Glasscheibe saß und unsere Pässe kontrollierte. Da kann man sich vorstellen, dass die Schlange sehr schnell länger wurde. Gott sei Dank hatte ich mich beeilt und war somit sehr weit vorne in der Schlange. Nach der Kontrolle war mein Gate dann auch gar nicht mehr weit weg. Wahrscheinlich lag es daran, dass mein Anschlußflug in die Staaten ebenfalls mit Air France erfolgen sollte. Hatte ich ja nochmal Glück gehabt und ich musste nicht eine größere Strecke zurücklegen. Knapp anderthalb Stunden musste ich nun bis zum Boarding warten. Da mein Mobilfunkanbieter bei Ankunft eine Tages-Internet-Flat für nur 1,99,- € per SMS angeboten hatte, nahm ich diese nun wahr und konnte mir die Zeit mit Facebook und Konsorten bis zum Weiterflug vertreiben. Das Boarding begann. Ich wartete nun erst mal in der Schlange bis First Class, Business Class und sonstige VUPs (Very Unimportant People) eingestiegen waren, damit die „Normalos“ endlich auch an Bord gehen konnten. Plötzlich eine Meldung per Facebook. Eine Freundin aus Hamburg schrieb mir, das sie mir unbedingt was sagen müsste, was total witzig sei. Ich hakte natürlich nach und wollte jetzt wissen, was sie damit meint. Daraufhin entgegnete sie mir, dass mit der gleichen Maschine ein Freund von ihr und mir auch nach Miami fliegen würde und sie ihm bereits per Facebook geschrieben hätte, dass ich auch an Bord sei. Und damit meinte sie den Jürgen. Vielleicht eher bekannt als Jay Frog, DJ und ehemaliges Mitglied von Scooter. Ich schaute mich um und da sah ich ihn. Wie klein doch die Welt ist. Wir tauschten uns kurz aus, wer wo sitzt und dann ging jeder erst mal zu seinem Platz. Bei interkontinentalen Flügen dauert das Boarding natürlich aufgrund der vielen Mitreisenden immer etwas länger. Ein Phänomen was immer zur Belustigung der bereits sitzenden Fluggäste beiträgt, die längst erfolgreich ihr Handgepäck in den oberen Fächern verstaut haben, ist die teils hilflose Suche nach Stauraum bei später einsteigenden Gästen. Da spielen sich manchmal richtige Dramen ab. Müsst ihr mal beobachten. „Boarding completed“ – Standardansage, die eigentlich nur der Crew mitteilen soll, dass alle Passagiere an Bord sind und das die Maschine gleich zur Startbahn rollen wird. Sobald die Maschine auf der Startbahn steht, kann man ein Signal in Form eines Tons im Flugzeug vernehmen, dass der Crew ebenfalls mitteilen soll, dass der Pilot jeden Moment starten wird. Danach dauert es nur ein paar Sekunden und der Schubregler wird nach vorne gedrückt und die Triebwerke heulen auf. Die Air France Maschine stieg in den Himmel, flog in eine Linkskurve und steuerte als ersten Navigationspunkt London an. Danach ging es noch über Irland und dann kam nichts mehr außer viel Wasser. Die lange Etappe über den Atlantik begann. Während unter uns nur noch das Blau des Wassers den Blick aus dem Fenster bestimmte, erhielten wir unser Lunch in zig tausend Meter Höhe. Ich sage mal, der Hunger treibt es rein. Dazu noch einen Weißwein und die Welt ist wieder in Ordnung.

Mittagessen-auf-dem-Flug-nach-Miami-bei-AirFrance

Nachdem alles später abgeräumt war und der Alltag in der Maschine begann, kam auch Jürgen zu mir und wir begaben uns in den hinteren Bereich, wo wir uns einen leckeren Whiskey Cola gönnten. Wir quatschten dann über den Zufall mit dem gemeinsamen Hinflug, was der Andere in Miami vorhat und ob wir nach der Landung gemeinsam mit dem Bus nach Miami Beach fahren wollen. Während wir uns unseren zweiten und dritten Whiskey Cola genehmigten, beobachteten wir sowohl an den Toiletten als auch im Rest der Maschine ein reges Treiben. Man kann sich gar nicht vorstellen, wenn man nicht schon selbst lange Strecken geflogen ist, was auf einem Tagflug alles so los ist im Flugzeug. Manche Passagiere spazieren durch die Gänge, andere sammeln sich in den kleinen Aufenthaltsbereichen, wo sich normalerweise die Crew aufhält und arbeitet, quatschen und lachen und andere wiederum sind in die Filme vertieft, die auf dem Bildschirm in der Kopfstütze vor ihnen laufen. Der krasse Gegensatz ist ein Nachtflug, wenn nach dem Abendessen das Licht ausgemacht wird und Ruhe einkehrt. Aber dieser Hinflug war Action pur. Kurz vor Erreichen unseres Ziels gab es nochmal einen Snack und dann setzte auch schon nach kurzer Zeit die Maschine auf der Landebahn des Miami International Airports auf. Ich war endlich wieder Zuhause. So zumindest ist immer mein Gefühl, wenn ich die USA erreiche.

In-Miami-angekommen
Nach der Passkontrolle und dem Verlassen des Airports begaben wir uns, mittlerweile war die Gruppe auf fünf Personen angewachsen, zur Metrobus-Station, wo wir mit dem Bus direkt nach Miami Beach fahren wollten. Sofern man nicht bereits nach Ankunft einen Mietwagen gebucht hat, bietet sich die Fahrt mit dem Bus als preiswerte Alternative zum Hotel nach Miami Beach regelrecht an. Das Ticket pro Person kostet für die Fahrt nur 2,50 Dollar. Ich konnte mich sehr glücklich schätzen, denn in Miami Beach und dann noch direkt am Ocean Drive wartete bereits ein Luxusapartment auf mich. Dieses bekam ich kostenlos von Rishi für die Zeit meines Aufenthaltes zur Verfügung gestellt. Rishi? Wer ist Rishi? Mit ihm hatten wir im November bei meinem letzten Trip nach Florida die teuerste Partynacht meines Lebens in Miami Beach. Ich sage nur Champagner für 25.000 Dollar. Jaja, so ein Leben als Multimillionär ist schon schwer. *hüst Endlich am Penthouse angekommen, eine vollkommen gesicherte Apartmentanlage, die man nur mit einem Chip betreten kann, fand ich meinen Weg zur Rezeption. Ihm war bereits bekannt, dass ich komme und führte mich sogleich zum Aufzug. Zusammen fuhren wir direkt in das Apartment. Direkt heißt, die Aufzugtüre war auch gleichzeitig die Wohnungstüre. Somit gab es im Gebäude unzählige Aufzüge, damit jede Wohnung direkt angefahren werden konnte. Als ich nun alleine im Apartment war, denn seine Aufgabe war mit der geschlossenen Aufzugtüre getan, schaute ich mich in aller Ruhe um und dachte nur: „Was für ein geiles Teil!!“

miami-beach-apartment-1miami-beach-apartment-2miami-beach-apartment-3miami-beach-apartment-4

Das Apartment war vollgestopft mit Technik. Alles wurde per Fernbedienung gesteuert. In jedem Zimmer ein Fernseher. Doch das Highlight war das Bad. Eine Traumdusche inkl. Badewanne, wo jeder Pornoproduzent große Augen bekommen würde, wenn er auch noch die Scheibe zum Schlafzimmer entdeckt hätte. Vom Bett war ein freier Blick auf die Dusche und das Bad gegeben. Was Rishi bei der Planung da nur für Gedanken im Kopf hatte? Ich sage mal….langweilige Gedanken waren es auf keinen Fall. Da ich schon lange nicht mehr geschlafen hatte, besorgte ich nur noch schnell Getränke und eine Kleinigkeit zum Essen, und verbrachte den ersten Abend entspannt in meiner neuen Unterkunft. Oh man war das schön, endlich Sommer im März. Wir hatten bereits gespürt wie warm es war, als wir an der Bushaltestelle am Flughafen gewartet hatten. Um die 26 Grad waren ein spürbar angenehmes Begrüssungskomitee. Und nun wurde es draußen dunkel, eine leichte Brise kam durch die Balkontüre herein und während der Fernseher noch lief, verschwand ich im Land der Träume.

miami-beach-apartment-5
Ein neuer Tag begann. Nun sollte ich 7 Tage in Miami Beach verbringen. Intensiver als von dieser Homebase aus, die direkt am Ocean Drive gelegen und jetzt die nächsten 7 Tage mein persönliches Reich war, konnte mein Abenteuer nicht beginnen. Vor mir war, ein paar Schritte nur entfernt, bereits die Hölle los. Da die Winter Music Conference gerade begonnen hatte, füllte sich der weltweit bekannte Ort sehr schnell mit vielen internationalen Gästen. Parties waren überall.

Clevelander-Ocean-Drive

Blick-auf-den-Ocean-DriveBlick-auf-den-Ocean-Drive3

Ocean-Drive-Miami-Beach-1
Jeder versucht mit der WMC seine Kohle zu machen. Auch im bekannten Nikki Beach gab es tagsüber entsprechende Veranstaltungen, wobei nicht alle unbedingt gut besucht sein mussten. Es ist sowieso ein Trugschluss, dass es nur geile Parties in den 10 Tagen hier gibt. Es gibt richtig geile Parties, auch richtig geile Poolparties, die fanden aber eher nördlich vom Ocean Drive in den Designhotels statt. Zum Beispiel im SLS Hotel, was für die Dauer der WMC sogar in SLS AVICII umbenannt wurde und somit das Epizentrum für alle Avicii Fans war. Wo sonst als hier zur WMC legen an einem Abend in einem Umkreis von 10km drei der zehnbesten DJ´s der Welt auf? Hardwell im Mansion, Tiesto im LIV und Armin van Buuren im Hyde Beach Club. Das macht diese Messe so besonders. Nicht nur wegen dem schönen Wetter ist dieser Ort dann ein Paradies, sondern auch für Musikschaffende speziell für DJ´s eine Megakontaktbörse. Was die Filmfestspiele in Cannes für die Filmbranche ist, ist die WMC für die elektronische Musik. Nur das die WMC als Krönung noch das Ultra Music Festival in Downtown Miami zu bieten hat. Ein dreitägiges EDM (Elektronische Dance Music) Festival mit einem Line-Up das sich sehen lassen konnte und mit ca. 40.000 Besuchern. Ich wäre sehr gerne dabei gewesen, aber habe es nicht eingesehen, für das Drei-Tages-Ticket ca. 500 Dollar hinzulegen.

Trotzdem war das Festival ausverkauft. Eigentlich paradox, wenn man bedenkt, dass 2013 das gleiche Ticket noch ca. 300 Dollar gekostet hat. Um dann doch diesem merkwürdigen Gefühl zu entfliehen, in Miami Beach zu sein und doch nicht auf dem Festival, entschloss ich mich zum Start die Stadt zu verlassen und in den hohen Norden nach Panama City Beach zu fahren. Dort erwartete mich bereits mein Kumpel Patrick (Pfeffer), wo ich einige Tage meines Urlaubs verbringen wollte. Aber erst hatte ich ja noch einige Tage in South Beach, die ich ausgiebig genießen wollte. Bzgl. Internet kann ich jeden beruhigen, der vorhat die Staaten zu besuchen, die Hotspots sind ausreichend vorhanden. Als kleine Hilfestellung sei gesagt, die Hotels bieten fast alle WLAN an, aber auch Fastfood Lokale wie McDonalds, Burger King, Wendys, Dennys usw. und das in der Regel sogar kostenlos. Aber auch Restaurants und Bars sind mit WLAN abgedeckt. Auch wenn der Zugang durch ein Passwort meistens gesichert ist, erfährt man dieses sehr schnell, wenn man einen Kellner fragt. Was mich auf dieser Reise überrascht hatte, war die Erkenntnis, dass sogar Publix, eine sehr große Supermarktkette, WLAN in ihren Räumlichkeiten angeboten hat. Und noch überraschender war, wenn man sich in einem Supermarkt dieser Kette einmal angemeldet hatte, loggte man sich sofort immer im WLAN ein, sobald man auch eine andere Filiale besuchte. Von so einem Service ist Deutschland noch Meilenweit entfernt. Man braucht also keine neue SIM-Karte für die USA, da man auch perfekt mit den Lieben zuhause per Internet in Kontakt bleiben kann. Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung. Ein Highlight der WMC war für mich auf jeden Fall auch der Abend im Mansion Club als Hardwell, No.1 DJ oft he World, dort aufgelegt hat.

IMAG1497_1
Über Dimitri, den VIP Betreuer des Clubs, den ich noch über Rishi im November kennengelernt hatte, sind meine zwei Freundinnen aus Deutschland, die ich per Zufall auf dem Ocean Drive getroffen hatte, und ich, auf die Gästeliste gekommen und konnten so hautnah aus dem VIP Bereich somit Hardwell erleben. Der Mansion Club ist für mich einer der geilsten Clubs, den ich bisher auf der Welt gesehen habe. Mit Sicherheit gibt es auch andere Clubs, die richtig geil sind, aber die Lightshow vom Mansion ist schon nicht von schlechten Eltern. Immer wieder ein Erlebnis. Und die Frauen dort sind ultra heiß, mega sexy, aber strahlen auch das Zeichen aus: „Achtung, ich bin „teuer“ !!

Miami ist allgemein fürs Feiern kein billiges Pflaster. Zuletzt musste ich doch Schmunzeln, als ich in einer Kölner Boulevard Zeitung gelesen hatte, dass dieser DSDS Fuzzi Kay One in einem Kölner Nachtclub angeblich so richtig teuer gefeiert hat und zum Schluß eine Rechnung von ca. 3000,- Euro bezahlen musste. In Miami verstehen die, die richtig teuer feiern, 3000,- € eher als Trinkgeld, als die Endsumme, die eine dekadente Partynacht zur Folge hat. So unterschiedlich sind halt die Blickwinkel. Meine Freundinnen hatten sich schon verabschiedet und den Club verlassen, als ich eine Stunde später, ca. um 5 Uhr mich auch auf den Heimweg machte und mich in ein Taxi begab, das vor dem Club auf einen Fahrgast gewartet hat. Taxis in den USA sind deutlich billiger als in Deutschland. Aber evtl. liegt es auch daran, dass die Taxis dort nur fahren, aber meistens nicht den Weg kennen, wohin man eigentlich möchte. Also wenn man ein amerikanisches Taxi nutzen möchte, sollte man auf jeden Fall selbst den Weg ans Ziel kennen. Das erleichtet ungemein und verhindert mögliche Umwege, denn der „Taxi Driver“ verfährt nach dem Prinzip „Trial and Error“, was so viel bedeutet wie, wenn die Straße falsch war, die nächste wird wahrscheinlich die Richtige sein. Das relativiert auch sehr schnell den günstigen Einstiegspreis, denn wenn man nicht aufpasst, wird aus der kürzesten Tour im Nachhinein auch die teuerste. Da ich dies mehrmals am eigenen Leib erfahren habe, kann ich mit Fug und Recht das Thema der unwissenden Taxifahrer pauschalisieren. Jeder Selbstversuch von euch ist herzlich willkommen.

Nun war es auch an der Zeit endlich meinen reservierten Mietwagen am Flughafen im Rental Car Center abzuholen. Durch die Absage meines Mitreisenden hatte ich mich entschieden, den Mietwagen erst für die Zeit zu buchen, wenn ich vorgehabt habe, in den Norden nach Panama City Beach zu fahren. So habe ich Geld gespart und hätte auch größtenteils in Miami Beach die Tage zuvor keinen benötigt. Mit dem Metrobus ging es dann geradewegs über die Bucht nach Miami und dann raus zum Airport. Ich liebe diese Katakomben des Wahnsinns, wo alle Mietwagenanbieter zu finden sind. Bereits zum zweiten Mal hatte ich mit dem Mietwagen ein Problem. Als ich endlich das Gebäude verlassen hatte und eigentlich Richtung Downtown fahren wollte, sah ich, dass die gelbe Warnlampe für den Motor im Armaturenbrett geleuchtet hat. Ich dachte nur: „Ach, du dicke Scheiße!!“. Eigentlich kein großartiges Problem, denn ich war ja noch in der Nähe von der Mietwagenmachtzentrale. Nur jeder, der bereits in Miami gewesen ist, weiß, dass man sich nicht mal dreht und zack sofort wieder in diesem Megaparkhaus drin ist. Nein, jetzt muss man erst mal wieder einen größeren Bogen fahren, die richtige Abfahrt finden und dann durch das Labyrinth im Innern des Gebäudes bis zum entsprechenden Anbieter, in meinem Fall „Alamo“, fahren. Sowas nervt kolossal, denn man muss die Einfahrt nehmen, wo in der Regel die Wagen nach ihrer Mietdauer abgegeben werden. Somit musste ich erst mal erklären, dass ich keinen Wagen zurückgeben will, sondern ein Problem habe und den Wagen erst vor 30 Minuten bekommen hatte. Doch dann ging alles recht schnell, mit einem kostenlosen Upgrade in der Tasche aufgrund der Unannehmlichkeiten suchte ich mir einen neuen Wagen aus und machte mich endlich im fettesten Berufsverkehr freitagnachmittags zurück auf den Weg nach Miami Beach. Nach knapp eineinhalb Stunden später und 15 Kilometer Wegstrecke kam ich endlich am Apartment an, räumte meine Sachen ins Auto und wollte dann nördlich nur noch raus aus dem Wahnsinn. Obwohl wir schon 17 Uhr hatten, hielt ich hartnäckig an meinem Tagesziel, nämlich dem vier Stunden entfernten Orlando fest. Nachdem man die ersten 60 Kilometer im stressigsten Verkehr auf einem drei- zum Teil auch vierspurigem Highway hinter sich gebracht hatte, führte die Strecke nun nördlich von West Palm Beach sozusagen raus aufs „flache Land“. Ein Phänomen, was mir auf der ganzen Strecke diesmal besonders aufgefallen war, ist das auch für uns sehr bekannte Elefantenrennen. Wir verstehen darunter aber in der Regel einzig und allein den Kampf zweier LKW´s wie sie uns Autofahrer in den Wahnsinn treiben, weil sie versuchen krampfhaft Zentimeter für Zentimeter einen Kollegen zu überholen. Gefühlt brauchen sie dafür meistens eine Strecke von 10, 20, wenn nicht sogar 100 Kilometer. Der Moment, wenn einem genau vor der Nase der LKW ausschert und man nun weiß, der Krampf beginnt, das sind auch diese Momente, in denen ich mit dem Fluchen anfange. In den USA gibt es noch eine Erweiterung dieses Gesellschaftsspiels. Was wir mit LKWs können, dachten sich die Menschen in Amerika, das können wir auch mit normalen PKWs. Wenn es um Geschwindigkeitsbegrenzungen geht, verstehen die amerikanischen Gesetzeshüter absolut keinen Spaß. Man sollte sie bestmöglich überall auch einhalten bzw. ein paar Regeln beachten, damit man nicht von den „bösen“ State Troopern auf dem Highway angehalten wird. In der Regel sind 70 Miles per Hour, das sind ungefähr 120 km/h auf den Highways erlaubt. Zwischen 5 bis 8 Miles per Hour kann man auch schneller fahren, ohne negativ aufzufallen, denn normalerweise wird man schon zwischen 1 bis 5 Miles per Hour zu schnell auf den Standstreifen gebeten und bekommt aber erst mal nur eine Verwarnung. Zwischen 6 bis 10 Miles per Hour muss man schon mit einer Geldstrafe von 144,- Dollar rechnen. Sie sind schon kulanter als die Gesetze vorschreiben, aber mehr als 10 sollte man nicht riskieren, denn die State Trooper lauern überall. Und so ereignen sich immer wieder diese Überholmanöver auf den Highways. Der eine PKW fährt evtl. 73 Miles per Hour während der andere zum Überholen auf 75 oder 78 Miles per Hour beschleunigt. Das sind Szenen, die man gesehen haben muss, um es zu glauben. Es fällt sozusagen in den Bereich des Alltagswahnsinns. Durch das Halten der maximalen Geschwindigkeit hat man in der Regel auch über einen längeren Streckenabschnitt immer die gleichen Verdächtigen um sich rum. Man kennt sich mittlerweile und grüßt sich bereits bei dem einen oder anderen Überholmanöver. Nach einer Nacht in Orlando ging es am nächsten Tag geradewegs nach Panama City Beach.

ich-im-waffle-house-in-orlando_1Da direkt gegenüber dem Hotel ein Waffle House war, musste ich auf jeden Fall einmal in meinem Urlaub in Florida dort gefrühstückt haben. Sauleckere Waffeln.
im-la-vela_2Mit Patricks Freunden wird im La Vela bis in die frühen Morgenstunden eine geile Party gefeiert….
heidi-und-ich-im-la-vela_1Es war ein sehr schöner Abend mit Heidi. 😉
beach-panama-city-beach_2Das Bild vom Strandabschnitt in Panama City Beach hat auf mich eine sehr beruhigende Ausstrahlung…einfach die Seele baumeln lassen… ;))
angler2-panama-city-beach_1Der Mann und das Meer – Teil 2!! *looooooool
IMAG1589_1angler-panama-city-beach_1Das Pier war voller Angler, die alle ihr Glück versucht haben… und alle waren aufgrund der Sonneneinstrahlung im Gesicht total verhüllt… *krass
panama-city-beach-und-ich_1Der Mann und das Meer!!!

Dort verbrachte ich bei Patrick einige Tage, feierte noch das Ende des Spring Breaks mit und habe den Ort auch mal von seiner anderen, seiner ruhigen Seite kennengelernt. Neben der Spring Break Zeit kann man hier entspannen, am Strand liegen und einfach nur die Seele baumeln lassen. Sozusagen verfällt dann dieser Ort für den Rest des Jahres in eine Art Dornröschenschlaf und erwacht nur hin und wieder zum Leben, u.a. zur jährlichen Biker Week. Neben dem Besuch eines der angesagtesten Fischrestaurants direkt am Yachthafen, besuchten wir auch eine Strandbude, die für ihre ausgefallenen Austergerichte weit und breit bekannt ist. Hier verputzte ich mit Speck und Käse überbackene Austern. Die waren richtig lecker.

panama-city-beach-überbackene-austern2Ich entschied mich für eine gesunde Mischung: Überbackene Austern und einen Beef Burger mit Fries!! :)) So konnte ich nichts falsch machen.
panama-city-beach-überbackene-austernÜberbackene Austern mit Speck, Zwiebeln und Käse…..jeder Gourmet würde hier verzweifeln, aber ich fand es saulecker… ;))

IMAG1581_1

Und ein Restaurant darf ich hier natürlich nicht vergessen zu erwähnen, dass weltbekannte Hofbräuhaus. Im weitentfernten Panama City Beach gibt es sogar auch einen Ableger davon. Und man merkt auch direkt, dass es extrem amerikanisiert wurde. Ich hatte ein Jägerschnitzel mit Spätzle bestellt. Hatte mich schon mit Bärenhunger mordsmäßig darauf gefreut. Ein riesiger panierter Fleischlappen erwartete mich, der regelrecht in einer pampigen braunen Sauce ertränkt wurde. Die Panade war extrem dick und das Fleisch dagegen umso dünner. Die Spätzle waren eine aufgeweichte Masse und haben nach gar nichts geschmeckt. Einfach nur ekelhaft. Wollen das die Amis so?? Ein richtig geiles Schnitzel mit einer fantastischen Jägersauce und dazu deliziöse Spätzle sind bei guter Zubereitung ein Traum und kein Alptraum wie hier.

IMAG1574_1

panama-city-beach-sonnenuntergangEinfach mal den Sonnenuntergang vom Balkon meines Gästezimmers in Patricks Mansion genießen…….ein Traum!
panama-city-beach-airbrush-cap-2Mein Lebensmotto „Live Your Dreams“ – Man muss im Leben immer Träume und Visionen haben, die man verfolgt und umsetzen möchte. Allein sowas treibt einen voran und motiviert. Natürlich dürfen es keine unrealistischen Ziele sein.

Am Tag meiner Abreise wollte ich mir endlich noch einen Wunsch erfüllen und eine original amerikanische Feuerwache besuchen. Mit Hilfe eines Bekannten von Patrick, der in der hiesigen Feuerwehr als Firefighter arbeitet, war das alles nun kein Problem mehr. Kurioserweise ist das Aussehen und die Sirene keiner Feuerwehr auf der Welt so berühmt und legendär, wie die der amerikanische Feuerwehr. Zumindest fällt mir keine ein. Natürlich kenne ich die deutsche Feuerwehr, aber im Vergleich zu ihren Kollegen aus Amerika wirkt sie hierzulande extrem langweilig. Eventuell liegt es auch einfach nur daran, weil ich ein USA-Fan bin. *grins An der Feuerwache angekommen, erwartete mich Craig bereits und begrüßte mich mit einem Strahlen im Gesicht sehr herzlich. Nachdem ich ihm erklärte hatte, dass ich ein „crazy german“ bin und unbedingt mal eine Firefighter-Uniform tragen wollte, musste er laut lachen und fand das total lustig. Immerhin ist das seine Berufskleidung und für ihn eher wenig spektakulär.

feuerwehr1_backdraft„Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann!“ – Bin ich zwar nicht geworden, aber in Panama City Beach ermöglichte mir ein Fire Department diesen Kindheitstraum…… man beachte, die Uniform wiegt 70kg!! Sie ist natürlich feuerfest.
craig-und-ichcraig und ich

Nun ging es an die Uniform. Auf dem Boden lag die Hose und in den Hosenbeinen steckten bereits die passenden Stiefel. Diese hatten jeweils am oberen Ende Löcher eingearbeitet, die wie Griffe genutzt wurden. So sprang man förmlich in sie hinein und zog sie an diesen „Griffen“ direkt nach oben. Dann kam die Hose dran. Und die hatte ein heftiges Gewicht. Die Hosenträger über die Schultern und am Schritt den Karabinerhaken eingehakt. Jetzt noch die Jacke, die mich zuerst ein wenig in die Knie sinken ließ, weil ich das schwere Gewicht auch hier nicht erwartet hatte. Insgesamt 70kg trug ich nun an feuerfester Kleidung. Den Helm noch auf den Kopf und fertig war „Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen“ oder aber eher „Grisu, der kleine Feuerwehrdrache“. Craig betonte noch, dass er maximal nur 60 Sekunden hat um das gesamte Outfit anzuziehen und im Firetruck zu sitzen. Naja, ich habe für die gesamte Nummer wohl ein wenig mehr als 5 Minuten gebraucht. Also noch viel Luft nach oben. Nachdem ich mich wieder aus der Kluft herausgeschält hatte, bedankte ich mich sehr bei Craig, dass er mir diesen Wunsch erfüllt hatte und machte mich auf, langsam in Richtung Stadtgrenze zu fahren. Irgendwie roch ich extrem verbrannt. Der Geruch eines Abends am Lagerfeuer durfte ich nun den ganzen Tag genießen. Das kommt davon, wenn man mit Feuer spielt oder einer Feuerwehruniform. Nun ging es aber raus aus Panama City, ab auf den Highway und dann nach Orlando. Dort verbrachte ich nochmal eine Nacht und fuhr am nächsten Tag weiter bis nach Miami Beach.

frühstück-am-ocean-drive2 (1)Unsere Aussicht beim Frühstück… da hinten ist der Strand und der Atlantik!!
frühstück-am-ocean-drive1Patrick und ich genossen unser Frühstück sehr… wobei man berücksichtigen sollte, dass Patrick eigentlich nichts gegessen hat. Er wollte aber unbedingt mein Oat Meal vor sich stehen haben, damit es nicht so leer aussieht…*hahahaha
frühstück-am-ocean-drive3Pancakes mit Früchten und Ahornsirup…..*yammy
letzter-abend-in-miami-2Damit schieße ich mich heute Abend ab….ein Longdrink für mich ganz alleine…*yiipppiihhh 🙂

Das Ende des Urlaubs war nun auch schon deutlich spürbar. Nur noch 2 Tage blieben mir, bis ich von Miami über Atlanta wieder zurück nach Deutschland fliegen würde. Aber die wollte ich nun noch ausgiebig in Miami Beach am Strand genießen. Da bei Patrick der Spring Break mittlerweile vorbei war, flog er ebenfalls nach Miami um ein wenig Abwechslung vom stressigen März zu haben. Sozusagen ein Tapetenwechsel für ihn. Somit genossen wir zusammen das schöne Wetter und hatten in den nächsten zwei Tagen noch viel zu Lachen. Dann kam der Tag des Abschieds.

IMAG1821_1

Auf Wiedersehen Amerika. In den frühen Morgenstunden ging es somit im Dunkeln mit dem Mietwagen an den Flughafen und um 9 Uhr mit dem Flieger zuerst nach Atlanta und von dort mit Delta Airlines zurück nach Düsseldorf. Dies war auf jeden Fall nicht mein letzter Trip nach Amerika und somit freue ich mich jetzt bereits darauf, bald wieder in die Staaten zurück zu kehren.

Wer noch mehr Bilder von dieser Reise sehen möchte, dem empfehle ich mein Foto-Tagebuch.